Switzerland

Steigende Preise setzen Schweizer Konsumenten und Industrie unter Druck


“Die Haushalte spüren den Druck, weil die Preise weiter steigen”, sagte das SECO am Montag. © Keystone / Gaétan Bally

Die Schweizer Verbraucher beurteilen die allgemeine Wirtschaftslage deutlich pessimistischer, wobei die Haushalte laut einer neuen Umfrage den Druck der weiter steigenden Preise spüren.

Dieser Inhalt wurde am 2. Mai 2022 – 11:15 veröffentlicht

SECO/Keystone-SDA/Reuters/sb

Die vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) am Montag veröffentlichten April-Daten zeigen, dass sich die allgemeine Konsumstimmung in den letzten Monaten “deutlich” verschlechtert hat.

Der Verbrauchervertrauensindex fiel im vergangenen Monat um 27 Punkte von -3,8 Punkten im Januar und markierte den größten Rückgang seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020, sagte das SECO.

„Die Haushalte spüren den Druck, weil die Preise weiter steigen“, sagte das SECO. Besonders pessimistisch sind die Schweizer Haushalte bezüglich der Entwicklung der Wirtschaftslage in den nächsten 12 Monaten.

“Die Inflation belastet die Kaufkraft der Haushalte”, sagte das SECO.

Die Inflationsrate in der Schweiz stieg im März auf 2,4 %, nachdem sie im vergangenen Jahr in einem moderateren Tempo um 0,6 % gestiegen war.

Negative Erwartungen in Bezug auf die Wirtschaft, die Entwicklung ihrer finanziellen Situation und “erhöhte Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine dürften ein wesentlicher Faktor für die derzeitige Zurückhaltung der Verbraucher bei größeren Anschaffungen sein”, sagte die Regierung.

Trotz der insgesamt negativen Aussichten seien die Verbrauchererwartungen für die Arbeitsmarktlage weiterhin überdurchschnittlich gut, fügte er hinzu. Seit Januar habe sich die Stimmung in Bezug auf die Arbeitsplatzsicherheit „deutlich verbessert“. Zudem dürften sich die Arbeitslosenzahlen in den nächsten 12 Monaten weiter positiv entwickeln, so das SECO.

Industriestämme

Auch die Schweizer Industrie steht aufgrund steigender Preise auf dem Prüfstand. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in der Schweiz setzte seinen Abwärtstrend im April fort, wie aus zusätzlichen Daten hervorgeht, die am Montag veröffentlicht wurden.

Der PMI zeigt die Gesundheit des Industriesektors an, indem er die Menge an Materialien misst, die von Unternehmen für die Herstellung in den nächsten drei bis sechs Monaten gekauft werden. Der PMI fiel von 64,0 Punkten im März auf 62,5 Punkte im April. Der Wert blieb dennoch über der 50er-Marke, was auf eine Expansion hindeutet.

„Die Probleme in der Lieferkette entspannen sich allmählich. Die Preise steigen jedoch, und es gibt derzeit keine Anzeichen für eine signifikante Verlangsamung dieses Trends“, sagte die Credit Suisse, die die PMI-Umfrage zusammen mit dem Verband der Einkaufsmanager Schweiz erstellt.

“Das starke Auftragsbuch und die Stärke des Arbeitsmarktes sind ermutigende Anzeichen für den weiteren Trend”, sagte Credit Suisse. Die Erholung im verarbeitenden Gewerbe in der Schweiz halte an, aber es gebe zunehmend Anzeichen dafür, dass die Dynamik nachlasse, sagte er.

Entspricht den JTI-Standards

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