Switzerland

IIHF – Die Schweizer wollen Schwung

Andres Ambuhl kann in Helsinki WM-Rekorde brechen.

Foto: Chris Tanouye / HHOF-IIHF-Bilder

War es wirklich fast ein Jahrzehnt her, dass die Schweizer neun Spiele in Folge gewonnen hatten, um sich für das Spiel um die Goldmedaille zu qualifizieren? Ja, sie verloren gegen Schweden mit 1:5, aber ihre Silbermedaille war ihr bestes Ergebnis seit 1935. Es war unter Trainer Shawn Simpson, der ein Jahr später aufhörte und nach einem durchschnittlichen Jahr mit Glen Hanlon durch Patrick Fischer ersetzt wurde. Fischer führte die Schweizer auch 2018 zum Match um die Goldmedaille, wo sie erneut gegen Schweden verloren, diesmal jedoch im Elfmeterschießen. Die Schweizer verbrachten die meiste Zeit der 1970er, 80er und 90er Jahre damit, sich an die Spitze zu kämpfen, und sie haben die meisten Jahre seither damit verbracht, um das Viertelfinale zu kämpfen und unter den ersten 8 zu landen. Aber jetzt sehen sie sich automatisch als Viertelfinalisten und wollen eine Medaille als gemeinsamen Erfolg sehen. Und jetzt sind sie zum ersten Mal seit ihrem Silbergewinn in Stockholm 2013 und Kopenhagen 2018 wieder bei einer Weltmeisterschaft in den nordischen Ländern dabei.

Tormann

Reto Berra war in der Vorbereitung der Schweizer Torhüter Nummer eins. Der 35-Jährige war 2013 und 2018 Teil dieser Silbermedaillenteams und war letztes Jahr der Hauptmann, als das Team den 6. Platz belegte. Er hat seit 2012 jedes Jahr bei der Weltmeisterschaft gespielt, außer 2017, und er wird zweifellos auch dieses Jahr die Last tragen. Insgesamt hat er 36 Spiele auf dem Buckel, sowie ein Spiel bei den Olympischen Spielen in Sotschi, und er hat 2,54 Gegentore im Durchschnitt. Leonardo Genoni, der den EV Zug kürzlich zu einer weiteren Schweizer Meisterschaft geführt hat, wird voraussichtlich in den Kader aufgenommen, wenn die Schweizer die endgültige Version bekannt geben. Sandro Aeschlimann vom HC Davos ist der dritte Torhüter. Der 27-Jährige wird sein Länderspieldebüt für die Schweiz geben.

Verteidigung

Jonas Siegenthaler hatte seine bisher beste NHL-Saison 2021/22 mit New Jersey und spielte neben dem Schweizer Teamkollegen Nico Hischier. Er ist ein großartiger, starker Verteidiger, der nach drei Junioren-Weltmeisterschaften und drei U18-Spielen mit den Schweizern letztes Jahr bei den Weltmeisterschaften in Riga gespielt hat. Zwei Olympiateilnehmer von 2022 gehören ebenfalls zu diesem Kader, der 26-jährige Michael Fora und der 27-jährige Lukas Frick. Sie sind defensiver aufgestellt, können Coach Fischer aber ein paar Minuten verlässliche Abwehrqualität bescheren. Zwei weitere NHL-Spieler stoßen ebenfalls zum Team, nämlich Dean Kukan aus Columbus und Janis Moser aus Arizona. Kukan verbrachte seine letzten Juniorenjahre in Schweden und spielte sowohl U18 als auch U20 für die Schweizer, bevor er eine Profikarriere in Nordamerika begann, wo er sich langsam in einer bescheiden wichtigen Rolle etablierte. Moser hingegen ist erst 21 Jahre alt und hat gerade seine Rookie-Saison bei den Coyotes abgeschlossen. Es wird dennoch sein drittes Weltturnier sein.

Vor

Die große Geschichte zum Start dieses Turniers gehört Andres Ambuhl. Er hat 115 WM-Spiele auf seinem Konto und wird mit ziemlicher Sicherheit den Allzeitrekord aufstellen und den Deutschen Udo Kießling (119) überholen. Er wird bei seiner 17. WM antreten, was ebenfalls ein Rekord sein wird. Nico Hischier, der erste Schweizer Spieler, der im NHL Draft auf Platz 1 gewählt wurde, wird ebenfalls zum Team stossen und als Anführer der Offensive gezählt werden. Auffällig, geschickt, begabt, aufregend, er kann alles. Zwei weitere NHL-Spieler werden eine herausragende Rolle beim Erfolg des Teams spielen – Timo Meier von San Jose und Pius Suter von Detroit. Insbesondere Meier hatte eine spektakuläre Saison mit den Sharks und erzielte in seiner sechsten Saison mit dem Team ein Karrierehoch von 35 Toren und 76 Punkten. Er wurde 2015 als 9. der Gesamtwertung eingezogen und entwickelt sich nun zu dem Spieler, auf den San Jose gewartet hat, und auch die Schweizer Nationalmannschaft wird von seiner warmen Hand profitieren. Einen anderen Erfolg hatte Suter bei den Red Wings. Uneingezogen machte er sich letztes Jahr mit Chicago einen Namen und hat in dieser Saison 15 Tore und 36 Punkte mit einem schrecklichen Detroit-Team voller Hoffnungsträger erzielt, die in nicht allzu ferner Zukunft um den Pokal kämpfen werden. Der Schweizer hofft auch, Philipp Kurashev von den Chicago Blackhawks verpflichten zu können, wenn er gesund ist. Der Rest der Stürmer kommt aus der Schweizer National League, darunter Denis Malgin, der Zürich in der vergangenen Saison als Torschützenkönig anführte und auch in Peking spielte. Weitere Pekinger Spieler sind Christoph Bertschy, Enzo Corvi und Calvin Thurkauf.

Management

Patrick Fischer ist seit 2016 Cheftrainer des Teams und hat es seit 2017 jedes Jahr ins QF geschafft, einschließlich eines 8. Platzes bei den Olympischen Spielen in Peking. Das Team hat die Tiefe und jetzt die Erfahrung und die Fähigkeiten, um einen Platz in den Playoffs zu erwarten, danach ist es schwer zu sagen, wie weit sie gehen können. Mit zwei Goldmedaillenspielen in den letzten acht Jahren wäre der Gewinn einer Medaille kein Zufall, sondern das Ergebnis eines tiefgreifenden und immer reichhaltigeren Entwicklungssystems.

Voraussichtliche Ergebnisse

Die Schweizer qualifizieren sich für das Viertelfinale und können sich mit etwas Glück und solidem Spiel für das Halbfinale qualifizieren. Darüber hinaus könnte es die Erwartungen zurückdrängen, aber es ist eine beeindruckende Liste.

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