Switzerland

Eine halbe Tonne Kokain wurde in einer Schweizer Nespresso-Fabrik sichergestellt


Die Versandbehälter mit Kokain kamen aus Brasilien. Schlussstein

Die Schweizer Polizei beschlagnahmte mehr als 500 kg Kokain, die in einem Container versteckt waren, der aus Brasilien zur Nespresso-Fabrik in der Stadt Romont in der Westschweiz transportiert wurde.

Dieser Inhalt wurde am 7. Mai 2022 – 11:05 veröffentlicht

Keystone-SDA/ac/sb

Die Drogen wurden am 2. Mai von Arbeitern entdeckt, die Säcke mit Kaffeebohnen entluden, und die Polizei wurde sofort benachrichtigt. Eine anschließende Durchsuchung von fünf Schiffscontainern ergab laut einer Polizeierklärung vom 5. Mai mehr als 500 kg Kokain. Der Marktwert der Droge, deren Reinheit bei über 80 % lag, wird auf mehr als 50 Millionen Franken (50,7 Millionen US-Dollar) geschätzt.

Vorläufige Untersuchungen zeigen, dass mit Kaffeesäcken beladene Container auf dem Seeweg aus Brasilien ankamen, bevor sie in einen Zug umgeladen wurden, teilten die Behörden am 5. Mai mit. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Medikament für den europäischen Markt bestimmt war. Die Chargen wurden isoliert und der Stoff kam mit keinem der in der Produktion verwendeten Produkte in Kontakt.

Die Regionalpolizei Freiburg sagte, sie habe nach ihrer Alarmierung sofort mit einem breiten Einsatz von Beamten einen „weiten Sicherheitsperimeter“ um das Werk errichtet. Zwanzig Zoll- und Grenzkontrollbeamte wurden gerufen. Die Staatsanwaltschaft des Standortkantons Freiburg hat Ermittlungen aufgenommen.

Dies ist der zweitgrösste Kokainhandel in der Schweizer Geschichte. Die größte Sicherstellung wurde 2019 verzeichnet, als die Polizei am EuroAirport Basel Mulhouse Freiburg 603 kg Kokain beschlagnahmte, die in Koffern eines Privatjets versteckt waren, der aus Uruguay über Nizza ankam.

Verfügbarkeit von Kokain – „Rekordniveau“ in Europa

Am 6. Mai meldeten die Strafverfolgungsbehörde der Europäischen Union Europol und die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht, dass die Verfügbarkeit von Kokain in Europa „wahrscheinlich auf einem Allzeithoch“ sei.

Das Überwachungszentrum sagte, es habe den Kokain-Einzelhandelsmarkt in der EU im Jahr 2020 auf mindestens 10,5 Milliarden Euro (11,1 Milliarden US-Dollar) geschätzt, warnte jedoch davor, dass die Zahl die wahre Größe des Marktes wahrscheinlich unterschätzen würde.

Er sagte, die größten Mengen an Kokain würden in belgischen, niederländischen und spanischen Häfen beschlagnahmt, aber zunehmende Mengen würden in anderen Häfen auftauchen, „was darauf hindeutet, dass Menschenhandelsgruppen ihre Aktivitäten auf Häfen ausdehnen, in denen Kokainverbote als weniger intensiv empfunden werden“.

Einwohner der Schweizer Städte St. Gallen, Zürich, Genf und Basel belegen vier der Top TenExterner Link Zeitfenster für den europäischen Kokainkonsum laut Abwasseranalysen im Jahr 2021. Die schwache Regulierung und die hohe Kaufkraft der Schweiz bieten laut der nationalen Forschungsstelle Sucht Schweiz ideale Voraussetzungen für den Kauf oder Konsum von DrogenExterner Link.

Entspricht den JTI-Standards

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