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Deutschland gedenkt des Endes des Zweiten Weltkriegs inmitten des russischen Krieges in der Ukraine | Nachrichten | DW

Deutschland markiert am Sonntag vor 77 Jahren das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa vor dem Hintergrund eines neuen Krieges auf dem Kontinent, wobei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier von einer „historischen Zäsur“ spricht.

In Berlin versammelten sich viele Menschen an verschiedenen Gedenkstätten, darunter das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park und das Sowjetische Ehrenmal im zentralen Bezirk Mitte, wo die Polizei vor Ort war, um mögliche Zusammenstöße im Zusammenhang mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine zu verhindern.

Die Ereignisse hätten sich am Sonntagnachmittag entwickelt, sagte ein Polizeisprecher, obwohl William Glucroft von der DW einige verbale Auseinandersetzungen miterlebt habe.

Die Polizei hatte zuvor an 15 Gedenkstätten Auflagen verhängt, darunter Beschränkungen für russische und ukrainische Flaggen.

An einem Punkt sagte die Polizei, sie habe eine 25 Meter lange ukrainische Flagge aufgerollt, die von Demonstranten geschwenkt worden war, um den Frieden zu wahren.

Diese Maßnahmen wurden am Samstag vom ukrainischen Botschafter Andriy Melnyk und ukrainischen Verbänden kritisiert.

In Berlin wird traditionell am 8. Mai derjenigen gedacht, die im deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus gekämpft und im Zweiten Weltkrieg ihr Leben verloren haben.

Was hat der Bundespräsident gesagt?

Bei der Eröffnung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Berlin sagte Steinmeier, der 8. Mai sei seit langem ein “Tag der Hoffnung” und auch ein Gedenktag.

“Aber heute, am 8. Mai, ist der Traum von einem gemeinsamen europäischen Haus gescheitert und durch einen Albtraum ersetzt worden”, sagte Steinmeier und nannte den Angriff Russlands auf die Ukraine einen “Krieg brutaler und rechtswidriger Angriffe”.

Er sagte, der Krieg in der Ukraine sei „mit vielen Dingen ausgebrochen, die wir für unbestreitbar hielten“, und nannte ihn einen „historischen Wendepunkt“.

Russlands Präsident Wladimir Putin habe „ein für alle Mal die Basis des dauerhaften europäischen Friedensprojekts zerstört, das wir nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Kalten Krieg geschaffen haben“, sagte Steinmeier.

Steinmeier sagte, Bilder des Leids in der Ukraine „brechen uns das Herz“

Der Präsident sagte auch, eine Lehre aus der aktuellen Situation sei, dass „der beste Preis auf den globalen Märkten nicht das Einzige sein sollte, das bestimmt, mit wem man Geschäfte macht“.

Deutschland wurde für seine jahrzehntelange Abhängigkeit von billiger Energie aus Russland kritisiert, um seine Wirtschaft anzutreiben, die laut Kritikern zur Finanzierung von Putins Kriegsmaschinerie beigetragen hat.

Was geschah während der Ereignisse in Berlin?

Am sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park sollen mehrere hundert Menschen Blumen niedergelegt und der Toten gedacht haben.

Auch zum Sowjetischen Ehrenmal im zentralen Bezirk Mitte gingen am Vormittag viele Menschen, so ein Polizeisprecher.

Der Sprecher sagte, die Kundgebungen verliefen ohne ernsthafte Unterbrechung inmitten einer starken Polizeipräsenz.

Für Sonntag und Montag sind in Berlin Dutzende Gedenkveranstaltungen und Demonstrationen geplant, die unter anderem von den Botschaften Russlands und der Ukraine organisiert werden.

Deutsche Medien berichteten am Samstag, dass der Inlandsgeheimdienst in Deutschland am Montag „Autoparaden und Demonstrationen“ zur Unterstützung Russlands und möglicherweise des Einmarsches in die Ukraine erwartet.

In Russland ist der 9. Mai der Tag des Sieges, ein gesetzlicher Feiertag, der an den Sieg der Sowjetarmee über Nazideutschland im Jahr 1945 erinnert.

tj/fb (dpa, AFP)

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